
Seit 20 Jahren bietet das Sternenkindergrab in Maria Steinbach Eltern einen würdevollen Ort für Abschied, Erinnerung und stille Trauer
Ein Kind zu verlieren, noch bevor es das Licht der Welt erblickt hat, ist für Eltern ein schmerzlicher Verlust. Seit 20 Jahren gibt es im Illerwinkel einen besonderen Ort, an dem dieser Trauer Raum gegeben wird: das Sternenkindergrab auf dem Friedhof in Maria Steinbach. Es wurde 2006 als interkommunales Projekt der Gemeinden Kronburg/Illerbeuren, Lautrach und Legau errichtet und am 29. Oktober desselben Jahres feierlich gesegnet.
Den Anstoß für die Einrichtung gab die Änderung des Bestattungsgesetzes in den Jahren 2005 und 2006. Damit wurden auch die Rechte von Eltern von Sternenkindern erweitert. Der damalige Wallfahrtspfarrer P. Heinrich Mühlbauer SDS und Gemeinderätin Isolde Göppel griffen das Thema auf und stellten bei der Marktgemeinde Legau, die Trägerin des Friedhofs in Maria Steinbach ist, einen entsprechenden Antrag. Daraus entwickelte sich ein gemeinsames Projekt für den gesamten Illerwinkel.
Auf dem Friedhof entstand ein Grabmal mit einer dazugehörigen Stele. Bei der Gestaltung wurde bewusst auf ein religiöses Symbol verzichtet. Das Sternenkindergrab sollte allen Eltern offenstehen – unabhängig von ihrer Konfession oder davon, ob sie einer Religion angehören.
Die Bestattung erfolgt in der Regel anonym. Auf Wunsch der Eltern kann die Beisetzung mit oder ohne priesterliche Begleitung stattfinden. Die Seelsorger im Illerwinkel stehen den betroffenen Familien dabei gerne unterstützend zur Seite. Die Namen der Kinder werden am Grab nicht vermerkt.
Für Eltern, die eine „glücklose Schwangerschaft“ erleben und kein eigenes Familiengrab besitzen, bietet das Sternenkindergrab die Möglichkeit, ihr Kind an einem würdevollen und geschützten Ort zu bestatten. Die Gestaltung des Gräberfeldes können die Eltern selbst übernehmen, wenn sie dies möchten. Die offizielle Pflege des Sternenkindergrabes liegt bei der Marktgemeinde Legau.
Gedenken an 20 Jahre Sternenkindergrab
Das 20-jährige Bestehen des Grabmals wird am Sonntag, 25. Oktober, im Rahmen des 9-Uhr-Gottesdienstes in Maria Steinbach gewürdigt. Pastoralreferentin Luzia Maier wird die Ansprache übernehmen. Für die musikalische Gestaltung konnten Raphaela Göppel-Zabler und Tatjana Göppel gewonnen werden. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht bei einem kurzen Besuch am Sternenkindergrab die Möglichkeit, der verstorbenen Sternenkinder persönlich zu gedenken.
Zu diesem besonderen Anlass wird außerdem ein Flyer vorgestellt. Er informiert über die Entstehung des Sternenkindergrabes und macht auf die Möglichkeit aufmerksam, Sternenkinder würdevoll zu bestatten.
Seit zwei Jahrzehnten ist das Grabmal in Maria Steinbach damit ein stiller Ort des Abschieds und der Erinnerung. Es gibt Eltern die Möglichkeit, ihrer Trauer Raum zu geben und ihrem Kind einen Ort des Gedenkens zu schenken – auch dann, wenn die gemeinsame Zeit nur sehr kurz war.
Isolde Göppel
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