
Die Bockbierfeste der Musikkapelle Kimratshofen waren auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg und sorgten an beiden Samstagen für beste Stimmung im Saal der „Alten Post“.
Zum Auftakt begrüßte Vorstand Hubert Schädler die Ehrengäste des Abends, darunter den ersten Bürgermeister Max Boneberger sowie die zweite Bürgermeisterin Dr. Eva Wirthensohn. Max Boneberger übernahm gemeinsam mit Hermann Widenmayer von der Brauerei Engelbräu den traditionellen Fassanstich. Wie bereits im vergangenen Jahr bewies er dabei sein Talent und zapfte das Fass erneut mit nur zwei Schlägen an. Am zweiten Festabend durfte Landtagsabgeordneter Joachim Konrad zusammen mit dem Brauereichef Felix Widenmayer den Fassanstich übernehmen – auch sie meisterten diese Aufgabe souverän.
Für die musikalische Gestaltung sorgte die Musikkapelle unter der Leitung von Hermann Heinle mit einem abwechslungsreichen Programm. Von klassischen Polkas und Märschen bis hin zu modernen Stimmungstiteln war für jeden Geschmack etwas dabei. Besonderen Anklang fanden die Gesangseinlagen von Tanja Mair, Bernadette Thanner, Tabea Braun, Stephan Braun, Joachim Welsing und Richard Mair, die das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen animierten.
Auch unterhaltsame Einlagen durften nicht fehlen. Für viele Lacher sorgte ein Sketch, gespielt von Lukas Gasafi und Roland Dorn. Darin ließ sich ein gutgläubiger Mann von einem Versicherungsvertreter immer neue Policen aufschwatzen – von zweifelhaftem Nutzen, dafür umso kostspieliger. Als sich schließlich herausstellte, dass er sich diese Vielzahl an Versicherungen gar nicht leisten konnte, schien das Chaos perfekt. Doch die überraschende Wendung folgte prompt: Der Mann hatte vorsorglich eine Versicherung abgeschlossen, die genau für solche Fälle einspringt. Am Ende wurde so aus dem vermeintlich cleveren Geschäft des Versicherungsvertreters ein klassisches Eigentor.
Für weitere humorvolle Unterhaltung sorgte die „Bürgermeisterakademie Kimratshofen“, kurz BMA.
In dieser Einlage wurde mit viel Witz und einem Augenzwinkern dargestellt, wie angehende Bürgermeister.innen (Julia Schädler, Tabea Braun, Tanja Mair) in einem Seminar auf ihre politische Laufbahn vorbereitet werden. Von der souveränen und seriösen Dozentin Annika Hörmann erhielten die Teilnehmerinnen dabei wertvolle und nicht immer ganz ernst gemeinte Einblicke in das „Handwerkszeug“ der Kommunalpolitik.
Im Mittelpunkt stand dabei unter anderem die perfekte Selbstvermarktung in den sozialen Medien, bei der schnell klar wurde, dass ein gutes Foto oft wichtiger ist als der eigentliche Inhalt. Darüber hinaus ging es um die Kunst, sich im politischen Alltag durchzusetzen oder durch geschicktes Zeitmanagement angesichts unzähliger Termine im Dorfleben. Für zahlreiche Lacher sorgten auch die überspitzt dargestellten Wahlkampfslogans, bei denen von kreativ bis fragwürdig alles vertreten war. Besonders großen Anklang fanden die vielen direkten Anspielungen auf das örtliche Geschehen: von ambitionierten Wahlkämpfen und den kleinen Malheurs des Bürgermeisters über Erlebnisse bei Faschingsumzügen, Vereins-
veranstaltungen bis hin zu kuriosen Stammtischgeschichten. Kein Thema blieb unangetastet und so mancher im Publikum erkannte bekannte Situationen mit einem Schmunzeln wieder.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war schließlich das Männerballett. In diesem Jahr schlüpften die Tänzer (Maximilian Deward, Jannik Dorn, Jeremias Reutlinger, Johannes Schädler, Michael Hengeler, Philipp Roth, Richard Mair, Simon Roggors) in die Rollen rüstiger Seniorinnen und sorgten mit ihrer Darbietung für beste Unterhaltung. Mit viel Einsatz und einer guten Portion Selbstironie zeigten sie, dass auch „alte Knochen“ noch erstaunlich rhythmisch in Bewegung sein können – sehr zur Freude des Publikums, welches die Aufführung mit großem Applaus belohnte.
Im Anschluss daran ging der Abend in den geselligen Teil über. Mit stimmungsvoller Musik wurde getanzt, gefeiert und bis spät in die Nacht eine ausgelassene Atmosphäre genossen.
Die beiden Festabende zeigten einmal mehr, wie lebendig die Tradition der Bockbierfeste in Kimratshofen ist und wie gut es gelingt, Bewährtes mit neuen Ideen zu verbinden. Die Musikkapelle darf auf zwei rundum gelungene Veranstaltungen zurückblicken und die Vorfreude auf das kommende Jahr ist bereits jetzt spürbar.
Text und Fotos: Tabea Braun
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