
Die Museumsnacht gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen bei den Gästen, die regelmäßig das Schwäbische Freilichtmuseum in Illerbeuren besuchen. Bereits ab 18 Uhr bildeten sich Schlangen an den Eingängen. Viele wollten möglichst früh auf das Gelände, um dort ganz allmählich vom Tag in die Nacht hinüberzugleiten – und das vor der außergewöhnlichen Kulisse, die das Museum mit seinen historischen Gebäuden bietet.
Das Organisationsteam des Freilichtmuseums hatte sich auch heuer wieder einiges einfallen lassen, um neben Altbewährtem neue Ideen in die Museumsnacht zu integrieren. Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr die Dachbodentour. In sieben Gebäuden wurden die Dachböden mit einfachen Mitteln, aber kunstvoll in Szene gesetzt. Die Lichtspiele zeichneten faszinierende Muster auf die jahrhundertealten Balken und sorgten bei den Besucherinnen und Besuchern für viele staunende Momente.
Das „Dinner in the Dark“ – oder „Dinner in d’r dunkla Denna dinna“, wie es das Betreuungsteam kurzerhand ins Allgäuerische übertrug – war wieder schnell ausgebucht. Im Stockfinsteren galt es, Speisen wie Marshmallows, Datteln oder kandierten Ingwer allein am Geschmack zu erkennen.
Selbstverständlich durfte auch die Musikkapelle Illerbeuren-Kronburg als „lebendige Uhr“ nicht fehlen. Im Viertelstundentakt marschierten die Musikerinnen und Musiker aus dem alten Spritzenhaus und verpassten keinen ihrer Auftritte.
Einen historischen „Blick in die Welt“ anno 1970 konnte man im Tennenkino erleben. Der historische Filmprojektor knatterte von 19 bis 24 Uhr und brachte Filme aus den Jahren 1936 bis 1970 auf die Leinwand. „Neonpainting“ – Malen mit Neonfarben zu Electro-Beats – gab es in einem Zelt neben der Baugruppe Mittelschwaben. Die leuchtende Farbwelt war dort ein Hingucker. Die kräftigen Bässe bildeten allerdings einen deutlichen Kontrast zur ansonsten eher beschaulichen nächtlichen Atmosphäre im Museum.
Auch zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker zeigten ihr Können. Sattlerin Marlies Bek öffnete ihre Werkstatt, die Färber standen den Gästen Rede und Antwort und die Schmiedefamilie Linek arbeitete im beinahe mystischen Licht des Feuers aus der Esse. Ralf Kretschmer bot seine Töpferarbeiten an und gewährte ebenfalls Einblicke in seine Werkstatt. Über Flora und Fauna konnte man den Jäger im Schweinswäldchen ausfragen und zu Umweltthemen das Team von Bund Naturschutz befragen. Drechsler Mike Tingey ließ aus einfachen Holzstücken kleine Kunstwerke entstehen.
Auch Walking Acts durften bei der Museumsnacht natürlich nicht fehlen. Für Recht und Ordnung sorgte Norbert Endres in seiner Rolle als Nachtwächter. Von der Festspielgruppe war der heilkundige Bader „Rhabanus“, alias Fabian Schiebel, mit seinen Helferinnen und Helfern unterwegs, um mit allerlei Elixieren die Leiden der Besucher zu kurieren. Die Klänge der Woringer Alphornbläser waren aus den unterschiedlichsten Richtungen zu hören. Die Moritatensängerinnen Evi Schiebel und Gertrud Graf hatten derweil unterhaltsames Liedgut im Gepäck – mal mit gutem Ausgang und mal eben nicht.
Das Landestheater Schwaben bereicherte die Museumsnacht heuer bereits zum zweiten Mal. Eine besondere Idee war die „sprechende Litfaßsäule“, von der sich die Besucher Geschichten zu den Themen Sonne, Mond oder Sterne wünschen konnten. Beim „Georg-Kreisler-Liederabend“ erwarteten das Publikum düstere, schwarzhumorige Chansons mit reichlich Wiener Schmäh. Einen weiteren Blickfang bot ein Schiff aus dem Bühnenstück „Odyssee“. Das Bühnenobjekt des Landestheaters wurde auf dem Dorfplatz im Museum kunstvoll illuminiert in Szene gesetzt.
Wer möglichst viele Attraktionen der Museumsnacht erleben wollte, hatte an diesem Abend einiges zu tun. Zwischendurch boten die zahlreichen Verpflegungsstände Gelegenheit für eine Stärkung und eine kleine Verschnaufpause.
Und schließlich spielte auch das Wetter bestens mit: Die laue Sommernacht lud dazu ein, lange auf dem Museumsgelände zu verweilen. So wurde die Museumsnacht 2026 einmal mehr zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Weiter geht es im Jahresprogramm des Schwäbischen Freilichtmuseums mit dem „Illerbeurer Herbst“ am 26. und 27. September sowie der Weihnachtswerkstatt am 21. und 22. November.
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